Ein Quartier mit Vorbildcharakter
Auf rund 34 Hektar ehemaliger Militärfläche entwickelt die bauverein AG das Ludwigshöhviertel – eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte in Darmstadt. Bisher wurden 521 Wohnungen aus dem eigenen Bestand realisiert; insgesamt entstehen hier rund 1.400 Wohnungen für etwa 3.100 Menschen. Besonderes Merkmal des Viertels ist die konsequente soziale Durchmischung: 45 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert, 55 Prozent frei finanziert. Alle Gebäude erfüllen den energieeffizienten KfW-40-Standard; die Energieversorgung erfolgt über Geothermie, Wärmepumpen und Nahwärme. Rund 115.000 Quadratmeter Freiflächen mit Landschaftstreppen, Nachbarschaftsplätzen und Artenschutzflächen prägen das Quartiersbild.
Sybille Wegerich und Armin Niedenthal, Vorstand der bauverein AG, führten die Delegation beim Rundgang durch das Quartier. Sie erläuterten das städtebauliche und energetische Konzept sowie das Zusammenspiel aus gefördertem und frei finanziertem Wohnen.
Perspektiven auf das neue Quartier
GdW-Präsident Axel Gedaschko lobte die Konsequenz des Projekts und verband den Besuch mit einem klaren politischen Appell: „Bauen muss endlich wieder schneller, einfacher und bezahlbarer werden" – Bund, Länder und Kommunen müssten die Voraussetzungen dafür schaffen. Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des VdW südwest, ergänzte die gesamtwirtschaftliche Perspektive: Ein fehlendes Wohnungsangebot sei „auch eine massive Job- und Wirtschaftsbremse".
Der Vorstand der bauverein AG brachte die eigene Haltung auf den Punkt. Armin Niedenthal betonte: „Das Ludwigshöhviertel zeigt, was möglich ist, wenn Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und soziale Verantwortung von Anfang an zusammengedacht werden. Wir entwickeln hier auf einer ehemaligen Militärfläche ein lebendiges Stadtquartier – mit geförderten Mieten für breite Bevölkerungsschichten, erneuerbarer Energie und gelebter sozialer Mischung. Genau das verstehen wir unter Verantwortung – und diesem Anspruch sind wir auch dann treu geblieben, als andere Projekte gestoppt wurden." Sybille Wegerich verwies auf die politische Dimension: „Bezahlbares Wohnen ist kein Selbstläufer – es ist das Ergebnis von verlässlicher Förderung, langen Planungshorizonten und dem Mut, auch unter widrigen Umständen zu investieren. Das Ludwigshöhviertel ist unser klares Bekenntnis zu Darmstadt: Wir schaffen Wohnraum für Menschen mit unterschiedlichsten Einkommenssituationen – und mit einem energetischen Standard, der dafür sorgt, dass die Wohnkosten insgesamt bezahlbar bleiben."
Wirtschaftlichkeit trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Das Ludwigshöhviertel steht exemplarisch dafür, wie der Spagat zwischen wirtschaftlichem Bauen, Klimaschutz und sozialer Verantwortung gelingen kann – auch in Zeiten gestiegener Baukosten und Zinsen. Die bauverein AG hat bewusst weitergebaut, als viele andere Projekte gestoppt wurden. Innovative Ansätze wie Modulbäder und Holz-Hybridbau mit vorgefertigten Fassadenelementen trugen zur Kostendisziplin bei. Darmstadt nimmt in Hessen eine Sonderstellung ein: Mit 6,3 Prozent geförderter Wohnungen ist die Stadt eine der Kommunen mit der höchsten Sozialwohnungsquoten in ganz Hessen. Die bauverein AG leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag.
Die Entwicklung des Quartiers wird auch durch die Unterstützung der WIBank ermöglicht. Als Förderbank des Landes Hessen begleitet sie mehrere Vorhaben im Ludwigshöhviertel. Gottfried Milde, Sprecher der Geschäftsleitung der WIBank, betont die Bedeutung der Partnerschaft: „Als Förderbank des Landes Hessen freuen wir uns, die Entwicklung des Ludwigshöhviertels in Darmstadt in mehreren Projekten zu fördern und damit die Entstehung von dringend benötigtem, bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen. Besonders wichtig ist uns, dass diese Förderung die positive Transformation des Quartiers voranbringt und ein modernes, lebenswertes Stadtviertel für die Menschen vor Ort entsteht."
Förderverlässlichkeit als Grundpfeiler des Bauens
Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund einer angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt statt. Kurzfristige Kürzungen bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), komplexe Baugenehmigungsverfahren und eine in Hessen für 2026 bislang nicht aktualisierte Förderrichtlinie erschweren verlässliche Entscheidungen über künftige Bau- und Modernisierungsvorhaben. Die bauverein AG unterstützt die Forderung des GdW nach verlässlichen und langfristig angelegten Förderprogrammen, die mit der Realität des Bauens Schritt halten.





