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bauverein AG erhält Hessischen Denkmalschutzpreis / 1. Platz in der Kategorie „Öffentliche Preisträger“ für die Gesamtanlage Rhön- und Spessartring

Darmstadt / Wiesbaden, 16.09.2020 – Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat gestern (15.09.2020) den Hessischen Denkmalschutzpreis 2020 in Wiesbaden überreicht. Die Auszeichnung ehrt Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht. Zu den Preisträgern zählt auch die bauverein AG, die sich über den 1. Platz in der Kategorie „Öffentliche Preisträger“ für die Großmodernisierung im Rhön- und Spessartring freuen darf.

„Um Baudenkmäler zu erhalten und zu pflegen, braucht es Menschen, die alten Gemäuern mit viel Leidenschaft und Einsatz wieder Leben einhauchen. Das haben die Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises vollbracht – und dafür danke ich Ihnen herzlich! All die wunderbaren Beispiele heute machen deutlich, dass privates Denkmalengagement einen zentralen Beitrag dazu leistet, das heimische Kulturerbe lebendig und authentisch zu erhalten. Denkmalpflege ist außerdem gelebte Nachhaltigkeit. Mit jedem Stein, jedem Balken, jeder Wand, die erhalten werden, werden vorhandene Ressourcen geschont. Damit bewahren sie nicht nur Vergangenes, sondern schaffen auch Zukunft. Ich gratuliere zur Auszeichnung und wünsche allen Preisträgerinnen und Preisträgern viel Freude und Schaffenskraft für neue Projekte!“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.

Die Jury zeigte sich beeindruckt von der besonderen Qualität und dem Engagement der bauverein AG für die denkmalgerechte Sanierung einer städtebaulich bedeutsamen Gesamtanlage in Darmstadt. Sie betonte den konkurrenzlosen Vorbildcharakter der Maßnahme. Überzeugt hat die Jury auch die starke Verwurzelung der Bewohner mit ihrem Wohnumfeld.

„Die Großmodernisierung im Rhön- und Spessartring war und ist eine Mammutaufgabe für die bauverein AG. Viele Abteilungen haben ihren sehr engagierten Beitrag für dieses Projekt in den letzten Jahren geleistet. Ihnen allen danke ich sehr herzlich. Mein Dank gilt auch der Denkmalschutzbehörde der Stadt Darmstadt, mit der wir seit Beginn konstruktiv zusammenarbeiten. Ich bin überzeugt, dass die umfassende Modernisierung des Ensembles am Fuße der Mathildenhöhe das Stadtbild deutlich aufwertet. Der Hessische
Denkmalschutzpreis ist daher eine tolle Würdigung und Bestätigung unserer intensiven Arbeit, in die wir viel Herzblut gesteckt haben“, freut sich Armin Niedenthal, Vorstand der bauverein AG.

In den 1920er Jahren vom Darmstädter Stadtbaumeister August Buxbaum entworfen und erbaut, gilt das rund 50 Gebäude umfassende Ensemble im Rhön- und Spessartring als gelungenes Beispiel für öffentlich geförderten Wohnungsbau. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Wohnungsnot in Deutschland groß. Die öffentliche Hand förderte in dieser Zeit viele Wohnbauprogramme, auch in Darmstadt. Die 1,5 km umfassende Gesamtanlage Rhönring / Spessartring ist eines der in dieser Zeit – 1921-29 – entstandenen Projekte mit Fokus auf hoher Wohnqualität und gesunden Wohnverhältnissen.

Mehr als 25 drei- bis viergeschossige Wohngebäude mit ca. 480 Wohnungen entstanden entlang der beiden Straßen. Die Anlage wurde dabei bereits als Gesamtanlage entworfen, größtenteils in Gelb- und Orangetönen gehalten, mit roten und grünen Fensterläden sowie leuchtenden Dächern.

Diese Farbigkeit wurde mit der 2016 begonnenen Sanierung der Anlage wieder neu betont, denn 100 Jahre nach seiner Erbauung war das unter Denkmalschutz stehende und im Besitz der bauverein AG befindliche Gebäudeensemble in die Jahre gekommen und wies einigen Modernisierungsbedarf auf.
Das städtische Wohnungsunternehmen entschloss sich daher, alle Gebäude in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz überarbeiten zu lassen. Es wurden Dächer gedämmt und neu eingedeckt, Fenster und Klappläden erneuert, Hauseingangs- und Wohnungstüren sowie Briefkasten- und Klingelanlagen ausgetauscht, Außenanlagen und Treppenhäuser überarbeitet und die Kellerdecken gedämmt. Danach erhalten die Häuser den Fassadenanstrich, der an die in der Entstehungszeit genutzte Originalfarbe angelehnt ist.

Im Sinne des Denkmalschutzes wurden die Biberschwanzeindeckungen und die Klappläden erneuert, die Putzflächen saniert und neue Holzsprossenfenster ersetzen nach originalem Vorbild die Kunststoffrahmen der 80er Jahre. All dies entstand auf Basis einer gründlichen Voruntersuchung. Die modernisierten Gebäude werden zudem sukzessive an das Fernwärmenetz der Stadt angeschlossen.
Abgerundet werden die denkmalgerechten Hochbauarbeiten durch neu gestaltete Außenanlagen mit teilweise sanierten historischen Elementen und einer Neuinterpretation der Pergolen in Stahl.

Ein großer Teil der Modernisierung ist bereits fertiggestellt. Im Moment ist der letzte Abschnitt mit drei von sechs Gebäuden eingerüstet. Die Großmodernisierung im nördlichen Bereich wird voraussichtlich im Herbst 2020 komplett abgeschlossen sein.

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