Viertklässler der Christian-Morgenstern-Schule zu Gast bei der bauverein AG / Besuch der bauverein-Schau „fokus mensch“ als Abschluss eines Kunstprojektes

Was bedeutet es, Mensch zu sein? Warum sehen Menschen ganz unterschiedlich aus? Und was kennzeichnet uns beziehungsweise was macht uns einzigartig? Mit diesen Fragen setzten sich die Schüler der Klasse 4a der Christian-Morgenstern-Schule auseinander, nachdem sie zuvor im Sachunterricht das Thema „Menschlicher Körper“ behandelt hatten. Dabei ging es selbstverständlich nicht nur darum, sich den Fragen auf philosophische oder wissenschaftliche Art zu nähern, sondern auf spielerische und kreative Weise. Und welches Fach wäre besser dazu geeignet als der Kunstunterricht?

Das dachte sich auch Klassenlehrerin Katharina Blauert und lud sich zur Unterstützung des Projektes kurzerhand den Kommunikationsdesigner und Künstler Jörn Heilmann ein. Unter fachkundiger Anleitung gingen die Kinder dann daran, sogenannte „Menschensäulen“ zu basteln. Dazu wurden aus jeweils vier Modulen bestehende Holzobjekte mit Körperpartien – Kopf, Hals, Brust und Bauch sowie Beine bemalt. „Vorbild dafür war das alte Umklappspiel, bei dem einer den Kopf, der nächste den Bauch und wieder ein anderer die Beine zeichnet und bei dem am Ende aus ganz verschiedenen Ideen eine witzige Collagefigur entsteht“, erklärt Jörn Heilmann. Gedacht, getan, und so erstellten die Schüler zunächst im Kunstunterricht mit Kunstlehrerin Stephanie Miceli unterschiedliche Entwürfe und Menschencollagen auf Papier.

Dann ging es ans Bemalen der Module. Aufgeteilt auf acht Teams machten sich die Schülerinnen und Schüler, begleitet von Heilmanns rechter Hand, Stefan Ritter, unter Einsatz von Pinsel und Acrylfarbe daran, je eine rund 1.70 Meter große, aus zusammensteckbaren Teilen bestehende Säule zu gestalten. Heraus kamen zwei kunterbunte Ausstellungsstücke mit den Namen „TAICO“ und „Katharina von Bora“. Jede Säule zeigt vier Figuren, die in der Tat deutlich machen, wie vielfältig Menschen sind. So ist mal eine Frau in reich verziertem Brautkleid zu sehen, mal ein Mann mit Fliege oder auch ein Mädchen im Tupfenkleid. Auffällig ist, wieviel Liebe die Viertklässler auf Details verwendeten – die Turnschuhe sind mit Adidas-Streifen verziert, die Kleider mit Blumen, die Halspartie mit Schleifen und Schmuck. Vielfalt, wohin man blickt, und genau das war, freuen sich Jörn Heilmann und Katharina Blauert, auch das Ziel des Projektes: „Erlebbar zu machen, dass Menschen unterschiedlich sind und dass jeder für sich bestimmte Merkmale hat, die ihn kennzeichnen.“

Zum Abschluss des Projektes ging es zur bauverein AG, um die dort noch bis Ende Dezember laufende und von Jörn Heilmann kuratierte Ausstellung „fokus mensch“ mit Bildern von Michael Fieseler und Skulpturen von Detlef Kraft zu besuchen. Auch in der nämlich stand der Mensch in all seinen Facetten im Mittelpunkt. Nach kurzer Führung durch die Schau wurden Collagen an Pinnwände gepinnt, die Säulen aufgebaut und fleißig Fragen rund um die ausgestellten Kunstwerke gesammelt. So zum Beispiel die, warum die Skulpturen allesamt keine Pupillen haben und mehrheitlich Richtung Boden und nicht zum Betrachter schauen. Zwar gab es nicht auf jede Frage eine Antwort, schließlich soll Kunst individuell erlebbar sein. Gelernt aber haben die Kinder jede Menge. „Ich weiß jetzt, dass eine Skulptur zuerst immer in Gips und dann erst in Metall gegossen wird“, nennt Annika (9) eine Erkenntnis. Tyrese (10) dagegen freut sich vor allem, dass er die Möglichkeit hatte, Menschen in dieser Größe zu malen.  Unterricht mit hohem Praxisanteil und viel Erfahrungsgewinn – so macht Schule Spaß!

Die bauverein AG unterstützt regelmäßig Schul- und Kunstprojekte. So entstand in Eberstadt-Süd in Zusammenarbeit mit der Gutenbergschule eine Kinderrechte-Wand. Die Erich-Kästner-Schule in Kranichstein konnte mit Hilfe der bauverein AG ein Kunstprojekt, einen Schulgarten sowie ein Insektenhotel realisieren, und im Vivarium entstand anlässlich des 150-jährigen Unternehmensjubiläums eine bunte, gemeinsam mit Kindern gestaltete Bank.

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