Mauerseglerkästen an zwei modernisierten Gebäuden im Spessartring aufgehängt / bauverein AG kooperiert mit NABU-Ortsgruppe Darmstadt

Wenn alte Gebäude modernisiert werden, verliert der überwiegend in Städten und Dörfern heimische Mauersegler seine natürlichen Brutplätze in Mauernischen oder Dachspalten. Bei der Großmodernisierung des von August Buxbaum zwischen 1921 und 1928 entworfenen Gebäudeensembles im Spessart- und Rhönring berücksichtigt die bauverein AG deshalb neben Denkmalschutz- auch Naturschutzaspekte. Um den Lebensraum der bedrohten Vogelart zu erhalten, lässt das Immobilienunternehmen in Kooperation mit der NABU-Ortsgruppe Darmstadt nach den jeweils abgeschlossenen Modernisierungsmaßnamen spezielle Mauersegler-Nistkästen an den Bauten anbringen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Begonnen wurde mit drei Nistkästen an den beiden frisch sanierten Gebäuden im Spessartring. In den vergangenen Tagen konnten unter der Dachtraufe der Liegenschaft Spessartring 16/ Alfred-Messel-Weg 2 zwei Mauerseglerkästen montiert werden. Ein weiterer Kasten hängt nun am Gebäude Spessartring 27 / Hohler Weg 26 („Café Gretchen“). Die für Mauersegler konzipierten Nistkästen aus Holzbeton der Firma Schwegler verfügen über jeweils drei getrennte Brutkammern und sollen künftig im Idealfall neun Mauersegler-Pärchen als Brutstätte dienen. Geplant ist, die restlichen Gebäude nach ihrer Putzsanierung ebenfalls mit den Vogel-Nistplätzen auszustatten.

Damit die neuen Vogelbehausungen auch von ihren Bewohnern angenommen werden, holte die bauverein AG den fachlichen Rat von Peter Kondriniewicz, NABU-Vogelexperte und absoluter Kenner der Mauersegler-Kolonien in Darmstadt, ein. Mit seiner Hilfe wurden geeignete Stellen unter dem Dachvorsprung der Gebäude ausgewählt. Für die Vögel, die fast ihr ganzes Leben in der Luft verbringen, ist diese Höhe ideal, da sie mindestens eine Fallhöhe von 4 bis 5 Metern zum Starten benötigen. Zudem wurde darauf geachtet, dass die Kästen nicht durch hohe Bäume verstellt sind, damit die Vögel einen freien Anflug auf ihre Brutstätten haben. Optisch fügen sich die Nistkästen, die in der neuen Fassadenfarbe angestrichen sind, perfekt in das Gesamtbild ein und sind von weitem kaum noch zu erkennen. Hat der Mauersegler einmal eine Brutstätte auserkoren, bleibt er diesem Ort viele Jahre lang treu. Wann die ersten seiner Art die neuen Nistmöglichkeiten im Spessartring entdecken werden, bleibt abzuwarten. Vielleicht aber werden schon im nächsten Frühling die ersten Vogel-Bewohner die neuen „Dachwohnungen“ beziehen.

Zum Mauersegler

Für den Mauersegler (lat. Apus apus) werden die, vom Menschen geschaffenen, Ersatzquartiere immer wichtiger: Durch Gebäudemodernisierungen, Wärmedämmmaßnahmen und Neubauten verschwinden natürliche Nistplätze in unseren Städten, denn der Vogel aus der Familie der Segler sucht sich bevorzugt Nischen und Hohlräume an Hauswänden oder unter Dächern, um seinen Nachwuchs aufzuziehen. Dafür reist er im Frühling eigens aus seinem afrikanischen Winterquartier südlich der Sahara bis nach Mitteleuropa. Zwischen Mai und Juli hält er sich dann für die Dauer der Brutzeit in unseren Breitengraden auf, bevor er im Sommer wieder gen Süden aufbricht. Als Zugvogel verbringt der Mauersegler, der ein stattliches Alter von bis zu 20 Jahren erreichen kann, fast sein ganzes Leben in der Luft. Lediglich zur Jungenaufzucht hat er Bodenkontakt und verlässt seinen angestammten Lebensraum.

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