Pilotprojekt zur Dämmung eines Mehrfamilienhauses mit Hanf in der Viktoriastraße 42 / Fokus auf Verwendung nachhaltiger Baustoffe / Modernisierung von 14 Wohnungen / 4 neue Wohnungen durch Dachausbau

Darmstadt, 19.07.2018 – Als die bauverein AG, damals noch der „Bauverein für Arbeiterwohnungen“, vor 62 Jahren das Gebäude in der Viktoriastraße 42 errichtete, hatte man als Mieter Arbeiter im Blick. Um Arbeitern mit geringem Verdienst ein Dach über dem Kopf zu geben, entstand hier 1956 ein Wohnheim mit 86 Betten. Schon wenige Jahre später waren die Grundrisse veraltet; der Bedarf an solchen Wohnplätzen war nicht mehr vorhanden und man wandelte die Zimmer in Wohnungen um.

Bis zuletzt waren die ursprünglich 17 Wohnungen in der Liegenschaft vermietet, für die umfangreiche Modernisierung aber dann freigezogen. Nun beginnt die bauverein AG damit, das Gebäude zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Das Besondere daran: Der kommunale Immobiliendienstleister nutzt für die Dämmung erstmals ein natürliches Material und setzt auf Hanf. Als nachwachsender Rohstoff gilt Hanf als interessante ökologische Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen. Mit dem eingesetzten Fassadendämmsystem besitzt der Ober-Ramstädter Hersteller Caparol eine Alleinstellung im deutschen Markt. Die Dämmplatte besteht aus natürlichen Rohstoffen, die während ihres Wachstums erhebliche Mengen Kohlendioxid binden und sehr gut recyclebar sind. Produkteigenschaften wie hohe Diffusionsoffenheit oder verbesserter Schall- und Hitzeschutz gehören gleichfalls zu den Vorzügen dieser Wärmedämmung. Bemerkenswert sind insbesondere die guten Dämmeigenschaften des Materials in Kombination mit seiner beeindruckenden Ökobilanz: Hanf speichert mehr Kohlendioxid als für Anbau, Ernte, Verarbeitung und Transport in die Atmosphäre gelangt. Die Großmodernisierung der Viktoriastraße 42 stellt damit ein Pilotprojekt zur Hanfdämmung bei einem Mehrfamilienhaus dar.

Auch wird insgesamt bei dem Projekt auf den Einsatz zertifizierter schadstofffreier und gut recycelbarer Materialien geachtet. Alle Materialien, die im Rahmen der Modernisierung verwendet werden, werden vor Baubeginn einem Gutachter vorgelegt und von diesem für den Einbau freigegeben.

Mitte Juli wird die bauverein AG damit beginnen, das Gebäude zu überarbeiten. Dabei werden Fassade und Dach saniert und im Zuge der Dacherneuerung auch das Dachgeschoss ausgebaut. Dadurch entstehen vier zusätzliche Wohnungen. Die Grundrisse der bestehenden Wohnungen werden optimiert, die Elektrik sowie die Sanitäranlagen komplett erneuert und eine Fußbodenheizung eingebaut. Darüber hinaus werden Fenster, Wohnungs- und Hauseingangstüren sowie Hauseingangsbereich und Klingelanlage erneuert. Im Zuge der Großmodernisierung wird auch ein hinter dem Gebäude vorhandenes kleines Grundstück für einen Anbau erschlossen. Auch erhält das Gebäude ein zweites Treppenhaus sowie einen Aufzug. Damit sind alle über dieses Treppenhaus angeschlossenen Wohnungen barrierefrei zugänglich.

Die Arbeiten in der Viktoriastraße beginnen Mitte Juli und sollen bis August 2019 dauern.

„Nachhaltigkeit wird bei der bauverein AG schon seit vielen Jahren groß geschrieben. Ob es darum geht, die CO2-Emissionen im Gebäudebestand durch energetische Sanierungen zu reduzieren, das Wohnumfeld unserer Kundinnen und Kunden zu verbessern, bezahlbaren Wohnraum für Darmstadt zur Verfügung zu stellen und neu zu schaffen, unseren Service noch kundenorientierter zu gestalten oder Bedürfnisse unserer Stakeholder an uns als Wohnungsunternehmen abzufragen – Nachhaltigkeit zieht sich wie ein Roter Faden durch die gesamte Unternehmensführung. Nun möchten wir auch im Bereich nachhaltiges Bauen und Modernisieren neue Maßstäbe setzen. Indem wir in der Viktoriastraße erstmals eine Hanfdämmung vornehmen und ausschließlich zertifizierte schadstoffarme Materialien einsetzen, können wir neue Erfahrungen mit natürlichen (Dämm-)Materialien sammeln. Das hier gewonnene Know-how wollen wir für künftige Projekte nutzen“, so Armin Niedenthal, Vorstand der bauverein AG.

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